Die schlimmsten Schauergeschichten hatte ich gelesen. Von schlechten Durchsatzraten im Gigabit LAN Bereich oder die miserable Reichweite des WLAN. Die haben alle keine Ahnung, dachte ich mir und beschloss meine alte Fritzbox 7170 in den Altersruhestand zu verabschieden.
Also, her mit dem aktuellen Premiummodell aus dem Berliner Hause AVM. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten verzichten wohl immer mehr Hersteller auf die Beilage eines gedruckten Handbuchs. So auch hier – außer einem Faltblatt und der obligatorischen CDROM ist der mit über 200 Euro doch recht teuren Schnittstelle zum Internet nur noch ein TAE Adapter sowie ein CAT5 Kabel beigefügt.
Ich nutze eigentlich seit Jahren die Fritzbox Produkte von AVM um die Kommunikation mit dem Globalen Dorf herzustellen. Bisher war das immer eine Sache von 10 bis 15 Minuten. Diesmal sollte es anders kommen …
Auf ans Werk! Alte Einstellungen der 7170 gesichert, Zugangsdaten vom Internetanbieter herausgesucht und rasch die Box verkabelt. LAN1 an den Mac, DSL an den Splitter. Der Box beantwortet die DHCP Anfrage mit der üblicher 192.168.178.20 vom integrierten DHCP Server. Jetzt geht’s los – Zugangsdaten einfügen, DSL Verbindung testen, fertig. Ich war drin! Hab ich doch gleich gesagt, alles kein Problem.
Noch rasch den Assistenten beenden und, Moment, neue Firmware gefunden. Also gleich mal das Betriebssystem auf den neuesten Stand bringen. Wird heruntergeladen (dank DSL 16000 eine Sache von Sekunden). Software wird jetzt eingespielt (ja, ja, kenn ich alles schon), unterbrechen Sie keinesfalls die Stromversorgung (ich weiß, ich weiß, …).
Gute Gelegenheit eine Tasse Espresso zu sich zu nehmen. Circa 10 Minuten später, wieder im Büro angekommen blinkt Fritzchen noch immer. Aber halt, wieso blinkt eigentlich die rote Info LED? Ist das neu? War das bisher nicht immer ein grünes Lichtlein?
Ich starre eine gefühlte Ewigkeit auf das pulsierende Licht. Unterbrechen Sie keinesfalls die Stromversorgung! Nochmals 20 Minuten gewartet. Nichts! Egal, Stecker raus, warten, Stecker rein und … Es blinkt eine rote LED. Verdammt!
Der Profi ahnt, was in einem solchen Fall zu tun ist. Widerherstellung mittels Recovery Programm von AVM. Dies liegt angenehmer Weise dem Paket auf eingangs erwähnter CDROM bei. Unangenehmer Weise ausschließlich als ausführbare Datei für Windows Betriebssysteme. Also, her dem Vista Notebook, LAN Interface an den LAN1 Port der Fritzbox und das Programm aufgerufen. Lösche, Restauriere, usw. – irgendwann passiert nichts mehr. 5 Minuten, 10 Minuten, Rote LED blinkt, WinError 14irgendwass. Nochmals das Ganze. WinError 3irgendwas. Toll!
Recovery Programm von der CD auf die Festplatte kopiert. Eventuell ein Timing Problem. Lösche, Restauriere – ich kürze das hier mal ab: WinError 14irgendwas.
Doch eine Satansbox? Einschicken?
Der letzte Versuch. Eventuell gibt es auf der Herstellseite ein aktuelleres Recovery Programm als das beigelegte 84.04.83 Image. Alte 7170 wieder in Betrieb nehmen und vom FTP Server (ftp://ftp.avm.de/fritz.box/fritzbox.fon_wlan_7390/x_misc/deutsch/) die Version 84.04.89 geladen.
Das Spiel beginnt von vorn. Um auch die nächsten 15 spannenden Minuten abzukürzen. Mit dieser Image Version hat es dann Schlussendlich funktioniert und ich konnte nach Angabe meiner Zugangsdaten eine Verbindung herstellen. Alles ganz einfach!




